Die Insel Texel als Erinnerungsort der letzten Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa
Takuma Melber

Als am 20. Mai 1945 kanadische Einheiten die niederländische Insel Texel unter ihre Kontrolle brachten, ging der von den Inselbewohnern auch „Russenkrieg“ (niederländisch Russenoorlog) genannte „Georgische Aufstand“ gegen die Wehrmacht zu Ende. Mehr als fünf Jahre lang hatte die westfriesische Nordseeinsel unter der Besatzung der Deutschen gestanden, die am 18. Mai 1940 eine Ortskommandantur auf Texel eingerichtet hatten. Dieses bis Mitte Mai 1945 anhaltende militärische Auflehnen der Soldaten der „Georgischen Legion“ gegen die deutschen Besatzer Texels war die letzte militärische Auseinandersetzung des Zweiten Weltkriegs in Europa.1

 

Seit Anfang Februar 1945 waren 737 georgische Soldaten auf der idyllischen nordfriesischen Insel Texel stationiert. Es handelte sich dabei um Soldaten des 822. Infanteriebataillons „Königin Tamar“. Diesem Truppenteil der aus gemischten Einheiten bestehenden „Georgischen Legion“ der Wehrmacht gehörten sowjetische Kriegsgefangene und Freiwillige an. Hinzu kam das aus deutschen Soldaten bestehende sogenannte Rahmenpersonal. Im Anschluss an den D-Day, die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, rückten die alliierten Streitkräfte nach und nach von Ost und West gen Hitlerdeutschland vor.2 Da das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa nahe schien, fürchteten die in deutschen Diensten stehenden georgischen Soldaten im Frühjahr 1945 nach Kriegsende in der Sowjetunion als „Landesverräter“ zur Verantwortung gezogen zu werden. Um ihre Ehre zu retten, entschlossen sie sich gegen die ungefähr 400 auf Texel stationierten deutschen Soldaten die Waffen zu erheben. Dass in den letzten Kriegstagen das Gros dieser Georgier des 822. Bataillons auf das Festland verlegt werden sollte, um in Arnheim ein letztes Mal an deutscher Seite gegen die Alliierten zu kämpfen, stellte schließlich den Anlass für den Aufstand dar: In der Nacht vom 5. auf den 6. April 1945 fielen die in deutsche Uniformen gekleideten georgischen Soldaten über ihre bis dato deutschen Wehrmachtskameraden her und töten viele von ihnen im Schlaf mit Messern und Bajonetten. In der Folge dieser sprichwörtlichen Nacht-und-Nebel-Aktion schlugen vom niederländischen Festland herkommende Einheiten der Wehrmacht mit aller Härte zurück, um sich an den Georgiern zu rächen und die Insel Texel wieder unter deutsche Kontrolle zu bringen. Im Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht ist dem Lagebuch für den 8. April 1945 zu entnehmen: „Auf der Insel Texel ist ein Aufstand ausgebrochen. Die Aufständischen wurden zusammengedrückt; jedoch ist das Rahmenpersonal getötet worden. Trotz starken Artl.-Feuers [Artilleriefeuers] kam der Gegner von Süden nicht viel vor. Die Tätigkeit der Terroristen nimmt zu.“3 Die sich gegen die Wehrmacht auflehnenden georgischen Kombattanten hatten zunächst zwar mehrere Orte und Militäranlagen auf der Insel eingenommen. Ihnen war es aber nicht gelungen, sich auch der strategisch wichtigen Küstenbatterien im Norden und Süden der Insel zu bemächtigen. Angesichts der militärischen Überlegenheit der Wehrmacht mussten die georgischen Soldaten sukzessive ihre eingenommenen Stellungen aufgeben, sich gen Norden der Insel zurückziehen und zu Mitteln der irregulären, asymmetrischen Kriegsführung gegen die Deutschen greifen. Sie führten in den letzten Kriegstagen einen blutigen Guerillakrieg gegen die deutschen Besatzer, wobei sie teilweise auch von Einheimischen unterstützt wurden. Erst nachdem am 20. Mai 1945 Truppen des I. Kanadischen Armeekorps in voller Kampfmontur auf der Insel gelandet waren, die Insel binnen weniger Stunden unter ihre Kontrolle brachten und die verbliebenen Wehrmachtssoldaten entwaffneten, wurden die Kampfhandlungen auf Texel eingestellt. Der „Georgische Aufstand“ oder „Russenkrieg“ (Russenoorlog) wie er bis heute von den Einheimischen genannt wird, ging damit erst mehr als zwei Wochen nach der alliierten Befreiung der Niederlande zu Ende, die am 5. Mai 1945 erfolgt war. Der „Georgische Aufstand“, zugleich die letzte militärische Auseinandersetzung des Zweiten Weltkriegs in Europa, resultierte in schätzungsweise 1500 bis 2500 Toten: Es starben mehr als 500 georgische Soldaten, 120 zivile InselbewohnerInnen sowie Hunderte deutsche Soldaten. Gerade zu Letzteren schwanken die geschätzten Verlustzahlen erheblich. 228 Georgier hatten die Kämpfe um die Insel überlebt. Nach dem Krieg in die Sowjetunion zurückgeführt, mussten sie wie befürchtet Repressalien erdulden: Als „feindliche Kollaborateure“ stigmatisiert, wurden sie jahrelang in sowjetische Arbeitslager gesteckt. Die letzten georgischen Überlebenden wurden erst im Zuge der Entstalinisierung 1956 und damit elf Jahre nach Kriegsende seitens der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik (GSSR) rehabilitiert.4

 

Heute gilt die westfriesische Insel Texel als touristisches Ferienidyll für Campingurlauber und Radfahrer. Aufgrund des Vorhandenseins seltener Vogelarten wird Texel gerne auch als „Vogelinsel“ bezeichnet. Auf der Insel finden sich aber noch an einigen Orten Spuren, welche an die Zeit unter deutscher Besatzung sowie den „Georgischen Aufstand“ und damit an die letzte Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa erinnern:

An erster Stelle ist hier der an der Nordspitze der Insel befindliche Leuchtturm (Vuurtoren Texel) zu nennen. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1864 gilt er als das Wahrzeichen Texels. Eine in 45 Metern über dem Meeresspiegel gelegene Aussichtsplattform des in strahlend roter Farbe mit weißer Haube erscheinenden Vuurtoren Texel kann über insgesamt 118 Stufen zählende Treppen und Leitern erklommen werden. Dort angekommen, haben die Besucher eine wunderbare Sicht auf das Wattenmeer, die Nordsee, die benachbarte Insel Vlieland und die ihr vorgelagerte Sandbank Vliehors, die heute von der NATO für Militärübungen genutzt wird. Das Innere des für die Öffentlichkeit zugänglichen Leuchtturms bietet eine kleine Ausstellung, die knapp über die Geschichte und die Technik des Leuchtturms sowie über teils seltene Vogelarten informiert, die auf der Insel vorkommen. Im vierten Stock des Leuchtturms angekommen, bemerken die Besucher, dass sich im Inneren des heutigen Turmes der Originalleuchtturm befindet. Dieser lässt sich auch auf diesem Stockwerk umrunden. Erst nach dem Krieg wurde der eigentliche Leuchtturm 1948 aufgrund von Kriegsschäden mit einem roten Mantel umhüllt. Die Backsteinsubstanz des Originalturms weist noch heute mehrere Einschusslöcher auf und legt damit Zeugnis davon ab, dass der Leuchtturm in den letzten Kriegstagen hart umkämpft war: Im Laufe des Aufstands hatten georgische Soldaten den Leuchtturm eingenommen, der von den deutschen Inselbesatzern während des Krieges als Beobachtungsposten verwendet worden war. Am 21. April 1945 griffen allerdings deutsche Soldaten den Leuchtturm an und nahmen ihn ein – unter anderem unter dem Einsatz von Panzern und Flammenwerfern. Alle 110 Georgier, die sich im Turm verschanzt hatten, kamen dabei ums Leben.

 

Wie den Leuchtturm konnten die georgischen Aufständischen auch den Bunker „Texla“ zwischenzeitlich unter ihre Kontrolle bringen. Dieser als Kommunikationsbunker konzipierte, 1943 erbaute Bunker befindet sich am Rande von Den Burg, des in der südlichen Inselmitte befindlichen Hauptortes der Insel Texel. Der Bunker stellte das militärische Hauptquartier der deutschen Besatzungsmacht auf Texel dar, die im Frühjahr 1945 von Kommandant Major Klaus Breitner angeführt wurde. Nur ein einziges Mal im Jahr wird das Gelände des Texla Bunker, der sich seit 2017 in Privatbesitz befindet, am „Bunkertag“ (Bunkerdag) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht:5 Die Besucher bekommen dabei neben der Funktechnik des Bunkers insbesondere Militaria aus der Zeit der Besatzung und des „Georgischen Aufstands“ im Bunkerinneren zu sehen, darunter eine zeitgenössische georgische Flagge, aber auch eine Vielzahl an Munition und Waffen, unter anderem deutsche Flammenwerfer und Panzerfäuste, sowie Maschinengewehre aus alliierten Beständen. Fotos aus Privatnachlässen zieren die Innenwände einiger Bunkerräume und zeigen die Gesichter einiger georgischer Protagonisten des Krieges.

Vom Bunker Texla kommend befindet sich an der Einfahrtsstraße in Richtung Ortsmitte Den Burgs ein leicht zu übersehender Kriegsfriedhof: Der vordere Teil des Friedhofareals erinnert an 146 Texelaars – wie die Einwohner der Insel Texel genannt werden – , die während der von Mai 1940 bis Mai 1945 andauernden, fünfjährigen Besatzungszeit der Insel ums Leben gekommen sind. Bei den Toten handelte es sich mehrheitlich um Zivilisten, darunter auch Kinder, die den blutigen Rückeroberungskämpfen der Wehrmacht in den letzten Kriegstagen zum Opfer fielen. Vor allem Den Burg wurde im Zuge des Gegenschlags der Wehrmacht unter deutsches Artillerie- und Granatfeuer gestellt, wobei viele Gebäude des Ortes zerstört wurden. Ein Denkmal listet alle Namen der 146 Todesopfer zur Linken und Rechten einer leicht abgewandelten Inschrift des berühmten biblischen Psalms 23, Vers 4 auf:

 

AL GING IK OOT IN HET DAL VAN DE SCHADUW DES DOODS

IK ZOU GEEN KWAAD VREZEN WANT GIJ ZIJT MIJN HERDER

 

Auch wenn ich schon im Tal des Schatten des Todes ging,

fürchte ich kein Übel, denn du bist mein Hirte.6

 

Der vom „guten Hirten“ handelnde Psalm 23 scheint dabei mit Bedacht gewählt worden zu sein und ist auch aufgrund der Tatsache passend, dass damals wie heute sehr viele Inselbewohner von Landwirtschaft, insbesondere der Schafszucht, leben. Es könnte somit kaum ein anderer Bibelvers symbolträchtiger für die Texelaars stehen als Psalm 23, Vers 4. Ob die eine Menschengestalt mit Hund zeigende Statue den „guten Hirten“ oder einen Inselbewohner symbolisieren soll, wird der Interpretation des Betrachters überlassen. Ferner wird das Denkmal von Mohnblumen (englisch Poppies) gesäumt, was als bedeutungsträchtig anzusehen ist: Denn Poppies symbolisieren vor allem im angloamerikanischen Raum das Gedenken an die Kriegstoten beider Weltkriege, insbesondere gefallener Soldaten. Die Poppies sind somit Hinweis auf und zugleich symbolische Verbindung zu dem unmittelbar an das Gelände der zivilen niederländischen Toten anschließenden Soldatenfriedhof des British Commonwealth of Nations. Hier liegen die letzten Überreste von 123 Commonwealth-Soldaten begraben, bei denen es sich um Gefallene britischer, kanadischer, australischer und neuseeländischer Herkunft handelt. Als Angehörige der Luftstreitkräfte des Commonwealth, vor allem der Royal Air Force des Vereinigten Königreichs, aber auch der Royal Canadian Air Force und der Royal New Zealand Air Force, hatten diese Soldaten während des Krieges die Mission, den Luft- und Bombenkrieg nach Deutschland hinein zu tragen. Die hier begrabenen Alliierten waren im Verlauf des Krieges der deutschen Luftabwehr der Insel Texel zum Opfer gefallen.7

Auch die während des Aufstands Gefallenen der revoltierenden Hilfstruppe der Wehrmacht haben eine letzte Ruhestätte auf Texel: Nahe des Hoge Berg, des „hohen Bergs“ und damit der höchsten Erhebung der Insel, findet sich der Ehrenfriedhof für die georgischen Soldaten. Der Ort ist zugleich Ehrengrabmahl für Offizier Shalva Loladze, der als Rädelsführer des „Georgischen Aufstandes“ gilt. Als Angehöriger der sowjetischen Luftstreitkräfte wurde er während des Kriegs über der Ukraine abgeschossen und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Er trat Hitlers „Ostlegionen“ bei, um den Schrecken des Konzentrationslagers zu entgehen. Loladze fiel am 25. April 1945 während der erbitterten Kämpfe um Texel.8

Unverzichtbar ist für militärhistorisch interessierte Inselbesucher die Besichtigung des 2017/2018 umfassend renovierten Luftfahrt- und Kriegsmuseums Texel (Luchtvaart- en Oorlogsmuseum Texel).9 Es befindet sich auf dem Gelände des Inselflughafens Texel, der 1937 zur Erweiterung des niederländischen Flugstreckennetzes eröffnet wurde. Ab 1939 nutzte die Luftwaffe der niederländischen Armee das Flugplatzgelände. Die hier gezeigte Museumsausstellung ist in zwei Hauptbereiche unterteilt: Während eine zahlreiche Flugzeugmodelle aufweisende Sektion über die Geschichte der Luftfahrt und insbesondere des Flughafens Texel informiert, ist die andere Hälfte des Museums der Geschichte Texels im Zweiten Weltkrieg gewidmet. Dieser didaktisch und visuell stimmig konzipierte und damit sehr sehenswerte Teil der Ausstellung ist in vier Abschnitte gegliedert: Diese widmen sich erstens dem Luftkrieg auf Texel während der Zeit der deutschen Besatzung 1940-1945, zweitens der Geschichte des Atlantikwalls, drittens dem in der Ausstellung als „Russenkrieg“ bezeichneten „Georgieraufstand“ vom April/Mai 1945 und schließlich viertens der alliierten Befreiung der Insel und ihrer Nachwirkungen. Unter anderem erfahren die Besucher, dass die Insel Texel während des Zweiten Weltkriegs auf der Strecke alliierter Bomberkommandos gen Deutschland lag. Die deutsche Luftabwehr und Abfangjäger konnten viele alliierte Maschinen über und um Texel herum vom Himmel holen. Mittels eines Touchscreens können sich die Besucher recht detailliert aufbereitete Informationen über 47 abgestürzte Flugzeuge und deren Besatzungen einholen. Zudem bleibt auch die deutsche Seite nicht unerwähnt: So zeigt das Museum beispielsweise das Modell eines deutschen Flugzeuges, das zu Kriegsbeginn über Texel abgestürzt war. Ebenfalls wird verdeutlicht, dass die Insel Texel ein wichtiger Militärstützpunkt der deutschen Verteidigungslinie am Atlantik, des „Atlantikwalls“ zur Abwehr einer alliierten Landung, war. Der Besucher erfährt, wie und welche militärischen Verteidigungsanlagen während des Krieges von der Wehrmacht auf Texel angelegt wurden, der es im Übrigen nicht gelungen sei die Verteidigungslinie zu vollenden. Im Mittelpunkt der entsprechenden Ausstellungssektion stehen 29 maßstabsgetreue Bunkermodelle, die mit der dazugehörigen Akustik versehen hier den „Atlantikwall“ in Miniatur ein Stück weit wieder zum Leben erwecken. Neben einer besonderen Fokussierung auf den zu Beginn des Artikels skizzierten „Georgischen Aufstand“ am Kriegsende, informiert die Ausstellung auch über den Kriegsalltag der Inselbewohner während der deutschen Besatzung. Dieser sei laut der Ausstellung vor allem von einer sehr zurückhaltenden, geradezu eingeschüchterten Haltung der Bevölkerung im Sinne jeglicher Konfliktvermeidung gegenüber den deutschen Besatzern geprägt gewesen. Dies wirkt auf den Museumsbesucher als geradezu antithetisch im Vergleich zur Darstellung der massiven Gewalteskalation auf Texel im April/Mai 1945. Daneben berichtet die Ausstellung vom Schicksal der Assengangers: Circa 800 Männer von Texel im Alter von 17 bis 35 Jahren wurden nach Ankündigung im November 1944 zum Arbeitsdienst im rund 30 Kilometer südlich von Groningen gelegenen Assen zwangsverpflichtet. Dort wurden sie unter kargen Umständen und allgemein nur unzureichender Versorgung zu schwerer physischer Zwangsarbeit herangezogen. Des Weiteren informiert die Ausstellung zusätzlich über weitere Hilfstruppen der Wehrmacht: Beispielsweise finden sich Angaben zum Nordkaukasischen Infanteriebataillon 803, das als militärische Hilfstruppe der Wehrmacht von September 1943 bis zu ihrer Ablösung durch die Georgier Anfang Februar 1945 auf Texel stationiert war. Besonders eindrücklich erscheinen aber Zeugnisse und insbesondere fotografische Aufnahmen Angehöriger eines aus britisch-indischen Sikhs bestehenden Bataillons. Dieses war von Mai bis September 1943 auf Texel stationiert. Aufgrund ihres von Turbanen und dunklen, dichten Bärten geprägten, markanten Erscheinungsbildes fielen diese indischen Soldaten den Inselbewohnern ganz besonders auf. Trotz einer vergleichsweise kurzen physischen Präsenz der Sikhs auf der Insel scheint sich die Erinnerung an sie ganz besonders ins kollektive Gedächtnis Texels und der Texelaars eingebrannt zu haben.

Über 500 Bunkerkomplexe wurden während des Krieges auf Texel errichtet, von denen eine Vielzahl vor allem in den 1950er Jahren demontiert wurden. Andere Bunker wurden im Laufe der Zeit ins Meer gespült oder liegen heute unter Sand in den Dünen begraben. An einigen Stellen finden sich aber noch immer mehr oder minder gut erhaltene Bunkerüberreste auf Texel: Sehr leicht zu finden ist etwa der Bunker De Fliegerhorst Gefechtstand (deutsch: Der Fliegerhorst Gefechtsstand), der sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Flugplatzgeländes befindet. Weitere Bunkerkomplexe, die zur Marineflak- und Luftabwehrbatterie der Insel zählten, finden sich in den Dünen etwas abseits der Radwege bei Den Hoorn im Süden beziehungsweise bei De Cocksdorp im Norden.

 

Es sind die in diesem Artikel thematisierten Kriegsgräberstätten, Überreste militärischer Verteidigungsanlagen und Museumsausstellungen, die zum einen den militärischen Schlussakkord des Zweiten Weltkriegs in Europa dokumentieren. Zum anderen verleihen sie aber zugleich der Insel Texel den Status eines exponierten Erinnerungs- und Gedenkortes des Zweiten Weltkrieges.

  • 1. Im Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht findet sich im Lagebericht für den 7. April 1945 der erste Eintrag zum hier thematisierten „Georgieraufstand“: „Kämpfe auf Texel gegen die meuternden Russen, die durch die Bevölkerung unterstützt wurden.“ Siehe: Percy E. Schramm (Hrsg.), Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Wehrmachtführungsstab, 1. Januar 1944 – 22. Mai 1945, Band 4, Halbband 2, Augsburg 2007, S. 1228.
  • 2. Siehe zur alliierten Landung in der Normandie: Peter Lieb, Unternehmen Overlord. Die Invasion in der Normandie und die Befreiung Westeuropas, München 2014.
  • 3. Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band 4, Halbband 2, S. 1229 f.
  • 4. Zum „Georgischen Aufstand“ ist vergleichsweise wenig Literatur vorhanden. Einen Einblick in die Thematik bietet vor allem: Dick van Reeuwijk, Sondermeldung Texel. Aufstand der Georgier, Den Burg 1984. Siehe ferner: Kai Althoetmar, Gekreuzigte Insel: 6. April 1945. Der Aufstand der Georgier auf Texel, Berlin 2019.
  • 5. www.bunkerdag.nl
  • 6. Die Übersetzung der Denkmalinschrift aus dem Niederländischen stammt vom Autor dieses Artikels. Vergleiche Psalm 23, Vers 4 in: Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers, Stuttgart 1985, S. 562.
  • 7. Die Homepage der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) führt einen entsprechenden Eintrag zu dem in Den Burg befindlichen Soldatenfriedhof inklusive aller Namen der gefallenen Soldaten sowie Angaben zu Todesdatum, letztem militärischem Rang und Truppenzugehörigkeit. Siehe: https://www.cwgc.org/find/find-war-dead/results/?cemetery=TEXEL+(DEN+BURG)+CEMETERY&casualtypagenumber=1 (letzter Zugriff am 19. Mai 2020).
  • 8. Henri A. van der Zee, The Hunger Winter: Occupied Holland 1944-45, Lincoln 1998, S. 215 ff.
  • 9. Siehe auch die Webseite des Museums: www.lomt.nl (letzter Zugriff am 19. Mai 2020).
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Dienstag, 19. Mai 2020 - 22:46